Modernes Fertigteilsystem und modulares Bauen: Wo kann man sich bewerben?
In vielen Teilen der Welt gibt es einen großen Bedarf an neuen Wohnungen. Um den Nachholbedarf zu decken, haben viele Länder Pläne für den Bau einer großen Anzahl von kostengünstigen oder erschwinglichen Wohnungen in sehr kurzer Zeit aufgestellt. All diese künftigen Wohnungen müssen jedoch eine Reihe unterschiedlicher Anforderungen erfüllen, um akzeptabel zu sein.
Was sollte eine akzeptable Lösung bieten?
Wie können wir innerhalb eines vernünftigen Zeitrahmens und mit einem begrenzten Budget akzeptable Wohneinheiten bauen und gleichzeitig eine solide Grundlage für das Leben und den Wohlstand der künftigen Hausbesitzer und Mieter schaffen? Wie bei allen Projekten beginnt alles mit der Definition dessen, was eine akzeptable Lösung ist und was eine solche Lösung bieten sollte. Es geht also um die Wahl der Bauweise und die Wahl der Baumaterialien.
3D-Module sind trendy, aber nicht sehr praktisch
Gegenwärtig besteht ein wachsendes Interesse an der Herstellung von vorgefertigten Standard-Kastenmodulen im Werk, da dies die Montage auf der Baustelle beschleunigt. So hat beispielsweise ein Betonfertigteilunternehmen in Dubai die Grundsätze der Modulbauweise bei einem Villenprojekt angewandt. Sie verlängerten den 3D-Entwurf zu raumgroßen 3D-Modulen aus Betonfertigteilen. Die Module wurden im Werk aus Betonfertigteilen zusammengebaut, einschließlich Endbearbeitung, elektrischer Verkabelung, Steckdosen und Sanitäranlagen. Anschließend wurden die Module in nur 48 Stunden zur Baustelle transportiert, wo die Villa aufgebaut wurde. Die Zeit, die für die Vorbereitung der Module im Werk aufgewendet wurde, ist darin natürlich nicht enthalten.
Auch wenn sich die kurze Montagezeit gut anhört, gibt es auch ein paar Schattenseiten. Raumgroße 3D-Module aus Betonfertigteilen sind schwer und können mehr als 30 Tonnen wiegen. Die Handhabung, das Heben und der Transport solch schwerer Module ist eine Herausforderung und kann zu Schäden an der Verarbeitung oder an der Struktur führen. Alles in allem sind die Gesamtkosten pro verbautem Quadratmeter also oft höher als bei der Verwendung moderner, designorientierter Fertigteilsysteme.
Ich würde sagen, dass die Verwendung von 3D-Stahlformen für die Produktion im Werk für die Vorfertigung von Badezimmer- und Aufzugsschachtmodulen geeignet sein kann. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass es ein Gleichgewicht gibt, wie schwer und komplex Betonfertigteile in der Vorfertigung sein können. Die architektonische Freiheit kann sehr eingeschränkt werden, wenn Gebäude vollständig mit 3D-Formen gebaut werden.
Moderne Fertigteile sind praktisch und sparen Kosten
Moderne, designorientierte Betonfertigteile eignen sich für alle Arten von Gebäuden, in Erdbebengebieten und auch in tornadogefährdeten Gebieten. Betonfertigteile können als Hauptbaustoff oder nur teilweise als konstruktives Bauteil verwendet werden.
Wenn es um hochwertige, energieeffiziente Gebäude geht, wird immer wieder die moderne, designorientierte Betonfertigteilbauweise gewählt. Betonfertigteile sind eine bewährte, industrialisierte Bauweise. Auch wenn der Einbau noch auf der Baustelle erfolgt, wird der Hauptteil der Arbeit aus dem Chaos einer Baustelle in kontrollierte, organisierte Werksbedingungen verlagert. Außerdem werden die Wohneinheiten trotzdem in angemessener Zeit, kostengünstig und sicher fertiggestellt.
Die Verwendung von Betonfertigteilen bringt im Vergleich zu alternativen Lösungen erhebliche Einsparungen mit sich. Die Einsparungen ergeben sich aus einer Reihe von Quellen. Bei Wohngebäuden beispielsweise kann die Spannweite von vorgespannten Fertigteil-Hohldecken zwischen 8 und 12 Metern liegen. Die gedämmten Außenwandplatten aus Betonfertigteilen können als einzige tragende Wände fungieren. Außerdem sparen vorgespannte Hohldecken bis zu 45 Prozent Beton im Vergleich zu einer in 3D-Form betonierten Stahlbetondecke oder einer einfachen Ortbetondecke. Aufgrund des geringeren Eigengewichts von Hohldecken kann auch der Spannstahl um 30 Prozent reduziert werden. Für eine durchschnittliche Wohnung bedeutet dies eine Einsparung von etwa 14 Tonnen Beton und mehr als 250 kg Stahl. Außerdem können vorgespannte Hohldecken teilweise zurückgesetzt werden, was die Vorbereitung von Sanitäranlagen erleichtert.
Optimierter Produktionsprozess
Moderne automatisierte Betonfertigteilwerke optimieren den gesamten Prozess der Fertigteilproduktion, vom 3D-Gebäudeentwurf bis zur Baustelle. Die Produktionslinien sind mit fortschrittlicher Software, modernen Tischumläufen und hochmodernen Produktionsmaschinen ausgestattet. Die automatisierten Funktionen umfassen die Planung, Überwachung und Steuerung des Prozesses der Herstellung von Bausteinen für akzeptable Gebäude.
Wie sieht ein akzeptables Gebäude für ein Eigenheim aus? Zunächst einmal sollte es erschwinglich und von angemessener Qualität sein, über ausreichend Wohnraum und eine gute bauliche Stabilität verfügen und in einem nachhaltigen Viertel liegen. Alles in allem muss das akzeptable Haus den Erwartungen der künftigen Eigentümer und Mieter entsprechen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die gute Qualität und die niedrigen Lebenszykluskosten von Betonfertigteilbauten sie zu einer attraktiven Wahl für Hausbesitzer machen. Wenn man dann noch die kurze Bauzeit und die Kosteneffizienz des Bauprozesses hinzunimmt, erhält man eine optimale Wahl für große Wohnprojekte.
Autor
Curt Lindroth
Gebietsverkaufsleiter
Elematic