Cantera Urbana, Argentina
Wie verwandelt man ein Loch im Boden in eine nachhaltige, lebenswerte und erschwingliche städtische Oase? Und wie macht man das in einem Land wie Argentinien, in dem qualifizierte Arbeitskräfte knapp sind und eine hohe Inflationsrate den Wert jeder Investition schnell auffrisst?
Das war die Frage, mit der sich das argentinische Bauunternehmen OCSA auseinandersetzte, als es das Projekt Cantera Urbana" in Angriff nahm.
| Standort | Ehemaliger Steinbruch in La Plata, Argentinien |
|---|---|
| Größe | 100.000m2 Bauvolumen auf 5 Hektar verteilt |
| Mehr als 300 Mehrfamilienhäuser niedriger bis mittlerer Dichte | |
| 23.000m2 Geschäftsgebäude | |
| Bauzeit | 2021-2027 |
| Partner | OCSA, Astori, TECbim (Fachingenieure für Fertigteile), Ecobuilding (Anbieter von Geothermie- und Solarsystemen) |
| Arten von Strukturen | tragende Wände mit nicht tragenden Wänden |
| Fertigteilhersteller | Astori |
Ein nachhaltiges städtisches Modellzentrum
"Cantera Urbana", was so viel wie städtischer Steinbruch bedeutet, ist ein ehrgeiziges Entwicklungsprojekt, das einen über 5 Hektar großen ehemaligen Steinbruch in La Plata, der Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, in ein üppiges und nachhaltiges Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebiet verwandeln wird.
"Es war ein 20 Meter tiefes Loch mitten in der Stadt. Es war furchtbar", beschreibt Natalia Larocca, Direktorin für Unternehmertum und Projekte bei OCSA. "Jetzt wollen wir es in etwas Schönes verwandeln."
Die Vision besteht darin, einen stillgelegter Teil der Stadt in ein umweltfreundliches, modellhaftes Stadtzentrum mit einer ausgewogenen Verteilung von Gebäuden und öffentlichen Parkanlagen zu verwandeln. Die Planung nutzt die klimatischen Gegebenheiten des Gebiets mit großen Wasserreservoirs und Vegetation in den sonnigsten Bereichen optimal aus.
Ein finanziell tragfähiger Bau von mehr als 300 Einfamilienhäusern, fünf öffentlichen Parks und 23.000 Quadratmetern Geschäftsgebäuden ist in Argentinien jedoch nicht ohne weiteres möglich. Das Land leidet unter einer himmelhohen Inflation und hohen Zinssätzen sowie einem Mangel an qualifizierten Bauarbeitern.
Ein holpriger Weg liegt vor uns
Die Fertigstellung von "Cantera Urbana" wird mindestens sieben Jahre dauern - abhängig von der Wirtschaftslage in Argentinien. Laut Larocca kann OCSA dank der Ausrüstung von Elematic das neue Stadtgebiet innerhalb von fünf Jahren errichten, aber es wird noch ein paar Jahre dauern, bis die Gebäude verkauft sind.
Die Geschwindigkeit des Baus hängt auch davon ab, ob die benötigten Ersatzteile und Materialien nach Argentinien importiert werden können. Es gibt eine Obergrenze für die Einfuhr in das Land, was bei OCSA bereits zu einer Menge Kopfzerbrechen geführt hat. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts hat Larocca beispielsweise Schwierigkeiten, Steckverbinder aus Finnland zu importieren.
Larocca blickt dennoch optimistisch in die Zukunft und ist glücklich und stolz auf das, was OCSA, Astori und Elematic bisher erreicht haben.
"In Finnland dauert es 1,5 Stunden, einen Meter Beton zu gießen. Wir brauchen für die gleiche Arbeit fünf Stunden, aber ich bin sicher, dass wir mit der Zeit lernen und uns verbessern werden", sagt sie.