Hagen Harker, Präsident von Mid-States Concrete Industries: Die Zukunft des Fertigteilbaus ist schon da
Die Digitalisierung holt auf, auch in der konservativen Baubranche. Automatisierung, BIM-Software, 3D-Druck und neue Technologien verändern das Spiel - wenn auch langsam. Die Technologie hat in den letzten Jahren einen großen Sprung gemacht, aber der Sprung ist noch nicht groß genug, sagt Hagen Harker, Präsident von Mid-States Concrete Industries.
"Die Grundlagen, warum wir Fertigteile verwenden, haben sich nicht geändert. Wir haben bereits 1946 damit angefangen, und ich hätte gehofft, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt weiter gekommen wären. Die Dinge haben sich bei den Fertigteilen weiterentwickelt, aber nicht so sehr, wie man gehofft hatte", sagt Harker über die Branche und die Situation auf dem US-Markt. Er spricht leidenschaftlich über Nachhaltigkeit und Sicherheit und ist der Meinung, dass sich die zunehmende Fertigteilbauweise positiv auf beides auswirken würde.
"Der Bau eines Gebäudes ist eines der wichtigsten Dinge, die Menschen tun. Was nützt es, etwas zu bauen, wenn die Qualität des Gebäudes nicht geschätzt wird", fragt Harker immer wieder.
"Zu oft geht es nur um einen schnellen Verkauf", fährt er fort. Harker sagt, dass es andere Möglichkeiten gibt, die Kosten beim Bau zu senken, ohne die Qualität zu gefährden. Die Konzentration auf Vorausplanung, Automatisierung und den Einsatz modernster Technologie macht den Bau von Fertigteilen schnell, sicher, hocheffizient und langlebig, was bei richtiger Planung zu qualitativ hochwertigen Gebäuden führt.
Erfolgreicher Fertigteilbau bedeutet Zusammenarbeit
Der Wandel in der Bauindustrie beginnt damit, dass man den Bauvorschriften und der Struktur der Vorschriften in den USA mehr Aufmerksamkeit schenkt, sagt Harker. Die Bauvorschriften legen die für Gebäude erforderlichen Standards fest - das Mindestniveau. Und oft wird das Minimum als ausreichend angesehen.
"Wir in der Fertigteilindustrie müssen uns auf den Code konzentrieren. Die Brücke zwischen Handarbeit und Computern sowie zwischen Robotik und Technologie ist bereits vorhanden. Jetzt müssen wir darüber nachdenken, wie wir unsere Mitarbeiter schulen und welche Art von Ausrüstung wir kaufen. Die Bauvorschriften müssen noch Schritt halten. Holz oder Stahl werden nicht verschwinden, aber Fertigteile haben so viele intelligente Vorteile, dass sie sich weiter vom Randbereich zum Mainstream entwickeln können."
Harker ist jedoch der Meinung, dass es beim Fertigteilbau noch einige Fragen zu klären gibt. Die Leute nehmen sich nicht die Zeit, zu entwerfen und zu planen.
"Das Hin- und Herfahren kostet Zeit und erhöht auch die Kosten. Planung ist bei Fertigteilen der Schlüssel. Planer und Architekten müssen lernen, wie man mit Fertigteilen arbeitet. Einer der Vorteile der Fertigteilbauweise besteht darin, dass man mit dem Bauherrn, dem Architekten und dem Team zusammenarbeiten kann, um das Produkt zu entwerfen. Sie können entwerfen, wie die Struktur zusammengesetzt werden kann. Es erfordert Integration, um das Team zusammenzubringen und wirklich zu planen und zusammenzuarbeiten.
Veränderung der Werte
Das Baugewerbe hat einen Boom erlebt. Abgesehen von den positiven Auswirkungen bedeutet dies auch, dass es für Bauunternehmen schwierig ist, Arbeitskräfte zu finden. Junge Menschen interessieren sich für neue Technologien, aber im Moment ist der Übergang offensichtlich und es gibt einen Mangel an fähigen Leuten. Mid-States Concrete Industries hat dies auch in der Praxis erfahren.
"Es ist schwer, Mitarbeiter für die Arbeit in der Fabrik zu finden. Und selbst wenn man Leute findet, ist der Unterschied sichtbar. Junge Menschen sind auf der Suche nach Neuem: Innovation, Technologie, Kultur und so weiter. Zeit mit der Familie ist wichtig. Die Unternehmen werden klug sein, die Arbeitsweise zu ändern und sich ebenfalls anzupassen. "
Hagen Harker