Kreislaufwirtschaft macht Fortschritte im Betonfertigteilgeschäft
Verwenden Sie es, verlieren Sie es nicht
Die Wiederverwendung von Betonfertigteilen in neuen Gebäuden hat offensichtliche Vorteile für die Umwelt, ist aber nach wie vor ein Nischendasein. Das will Professor Satu Huuhka ändern.
Beton ist weltweit der wichtigste und am häufigsten verwendete Baustoff. Aus diesem Grund verursacht Beton auch erhebliche Abbruchabfallströme und Klimaemissionen.
In dem Maße, in dem sich die Ideen der Kreislaufwirtschaft verbreiten, gewinnt auch der Gedanke der Wiederverwendung intakter Fertigteile aus abbruchreifen Gebäuden in neuen Gebäuden an Dynamik. Das von der EU finanzierte Projekt ReCreate zielt darauf ab, den Übergang zur Wiederverwendung von Betonelementen zu beschleunigen.
Das Projekt ReCreate läuft von 2021 bis 2025 in fünf Ländern - Finnland, Schweden, Deutschland, den Niederlanden und Kroatien - und umfasst sowohl Forschungseinrichtungen als auch Unternehmen. Wissenschaftlich koordiniert wird das Projekt von Satu Huuhka, außerordentliche Professorin für nachhaltige Renovierung und Kreislaufwirtschaft an der Universität Tampere, Finnland.
"Nüchtern betrachtet haben wiederverwendete Betonelemente ein enormes Potenzial zur Verringerung der Klimaemissionen", sagt Huuhka.
"Aber auf der Ebene ganzer Gebäude gibt es auch andere Faktoren zu berücksichtigen.
Um ein umfassenderes Bild von den Umweltauswirkungen wiederverwendeter Betonelemente zu erhalten, untersuchen Huuhka und ihr Forschungsteam die Klimaemissionen, die beim Rückbau von Betonfertigteilen und bei ihrer Wiederherstellung im Werk entstehen.
"Dies wird eine genauere Bestimmung des gesamten Kohlenstoff-Fußabdrucks der wiederverwendeten Elemente ermöglichen und kann zur Bewertung der Emissionswerte ganzer Gebäude herangezogen werden. Unser Forschungsplan geht von einer Reduzierung der verkörperten Emissionen um 50-70 % aus.
Huuhka sagt, dass die Wiederverwendung von Betonfertigteilen trotz der offensichtlichen Vorteile für das Klima, teilweise wegen des Mangels an praktikablen Geschäftsmodellen, derzeit bestenfalls ein Nischendasein führt.
Das finnische Forschungsteam untersucht auch die wirtschaftliche Machbarkeit von wiederverwendeten Betonfertigteilen.
"Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Durch Feldversuche wollen wir Daten darüber gewinnen, wie Unternehmen ihre Betriebsmodelle und Praktiken ändern können, um in vollem Umfang von wiederverwendeten Betonfertigteilen zu profitieren.
"Die Rentabilität ist die Summe vieler Faktoren", erinnert Huuhka. "Es geht nicht nur um die technische Machbarkeit, sondern auch um den Kohlenstoff-Fußabdruck. Da wir uns auf eine strengere Regulierung zubewegen, werden ständig neue Anreize für die Wiederverwendung von Betonfertigteilen geschaffen, was den Übergang zur Kreislaufwirtschaft auch im Betonfertigteilgeschäft beschleunigen dürfte."