Die Fertigteilproduktion unter kontrollierten Werksbedingungen bietet ein enormes Potenzial zur Verbesserung der Ressourceneffizienz von Materialien, Energie und Prozessen. Im Vergleich zur Ortbetonbauweise wird bei der Fertigteilproduktion weniger von allem verwendet - weniger Zement, weniger Wasser und weniger Stahl. Es entsteht weniger Abfall auf der Baustelle und im Werk. Dadurch ist der Kohlenstoff-Fußabdruck von Fertigteilen viel kleiner als bei der Ortbetonbauweise.
"Beton kann im Fertigteilwerk effektiv wärmebehandelt werden, wodurch die für Betonprodukte benötigte Zementmenge reduziert wird. Es ist auch möglich, bei bestimmten Anwendungen alternative Bindemittel zu verwenden, um die CO2-Emissionen zu verringern", sagt Punkki.
"Die Verbesserung der strukturellen Effizienz ist ebenfalls wichtig. Längere Spannweiten und fortschrittlichere Strukturen sparen auch Material und reduzieren die Zementmenge. Diese Einsparungen lassen sich am einfachsten durch die Verwendung von Spannbeton erzielen."
Vorgespannte Hohlkörperplatten sind ein gutes Beispiel für den effizienten Einsatz von Rohstoffen. Mit Hohlkörperplatten lassen sich bis zu 45 Prozent Beton im Vergleich zu einer einfachen Ortbetonplatte einsparen. Gleichzeitig kann die Menge des Spannstahls aufgrund des geringeren Eigengewichts um 30 Prozent reduziert werden.
Für eine durchschnittliche Wohnung bedeutet dies eine Einsparung von 14,4 Tonnen Beton und 275 kg Stahl.
Eine gute Haltbarkeit von Betongebäuden ist bei wechselnden Wetterbedingungen von großer Bedeutung. Zunehmende Wirbelstürme und Tornados stellen die Baustoffe vor die Herausforderung, starken Regenfällen und vom Wind verwehten Trümmern standzuhalten.
Laut einer Studie des Wind Engineering Research Center der Technischen Universität Texas halten Betonwandsysteme nachweislich 100 Prozent aller bekannten Winde mit Orkanstärke und über 99 Prozent der Winde mit Tornadostärke stand.
Gute Dämm- und Wärmeeigenschaften sind ebenfalls von Vorteil für Fertigteilbeton. Dichter Fertigteilbeton kann als Wärmesenke und leichter Beton als Dämmstoff wirken, und in einigen Gebäuden kann man sehen, dass Fertigteile beides tun. Eine hohe thermische Masse in Verbindung mit einer guten Isolierung machen den vielseitigen Beton zu einem sehr wettbewerbsfähigen Material.
Die Hohlkerne in Fertigteilböden können genutzt oder Rohre in Platten gegossen werden, um Kühlsysteme zu bilden, die bis zu 50 Prozent weniger Energie verbrauchen als Klimaanlagen.
Die guten Dämmeigenschaften von Betonfertigteilen sind vor allem in Ländern wie Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit feuchtem Klima und hohem Baubedarf von Vorteil.
In Indien, wo der gravierende Energiemangel eine große Herausforderung für das sich rasch entwickelnde Land darstellt, wächst das Interesse an der Fertigteiltechnologie. Die indische Regierung beabsichtigt, in den kommenden Jahrzehnten mehr als hundert intelligente, nachhaltige Städte zu bauen.
"Indien kann es sich nicht leisten, Energie durch schlecht gebaute Gebäude zu verschwenden. Deshalb ist der Bau von energiefreundlichen Gebäuden so wichtig", sagt Chander Dutta, Geschäftsführer von Elematic India.
"Die guten Dämmeigenschaften von Betonfertigteilen sind wichtig, ebenso wie die glatten Fugen in den Wänden, die zu weniger Energieverlusten führen, wenn ein Haus gekühlt oder geheizt wird.